Generationen prägen die MSZB

Susanna Scherler und Theo Margot haben die Geschichte der MSZB über Jahrzehnte hinweg entscheidend mitgeprägt – die eine als engagierte Schulleiterin, der andere als enger Wegbegleiter aus der Schule Zollikofen. In ihren Erinnerungen erzählen sie von Pioniergeist, Herausforderungen und besonderen Projekten, die die Musikschule zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Zollikofen und Bremgarten gemacht haben.

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Susanna Scherler

Susanna Scherler, erste MSZB-Schulleiterin 1987-2003

1987 begann für Susanna Scherler ein neues Kapitel: Mit 27 Jahren wurde sie zur Leiterin der Musikschule Zollikofen gewählt – eine Aufgabe, mit der sie damals selbst nicht gerechnet hatte. «An der ersten Kollegiumssitzung merkte ich dann: Ja, ich bin hier wirklich das Küken», erinnert sie sich schmunzelnd.

Wann und wo begann Deine gemeinsame Geschichte mit der MSZB?

1987 wurde ich als Musikschulleiterin an die Musikschule Zollikofen gewählt. Ich war damals gerade 27-jährig und hatte überhaupt nicht damit gerechnet. An der ersten Kollegiumssitzung merkte ich dann: Ja, ich bin hier wirklich das „Küken". Lustig.

Worauf bist du stolz?

Nach meinem Amtsantritt haben wir recht schnell den Kontakt mit der Gemeinde Bremgarten aufgenommen, und die Vorbereitungen für eine Zusammenarbeit liefen von Anfang an sehr gut. Die Musikschule Zollikofen hatte einen guten Ruf und war eine attraktive Partnerin!

Welche Anekdote fällt Dir zur MSZB ein?

Am grossen Jubiläumsorchesterkonzert 1996 (20 Jahre MSZB), das ich dirigieren durfte, startete der Hornist Lukas wunderbar in das Mozart'sche Hornkonzert. Aber nach dem Hauptthema plagten ihn Ansatzprobleme, und sein Ton brach immer wieder weg. In der Verzweiflung begann ich die Hornstimme während dem Dirigieren mitzusingen, damit Lukas wieder in die Musik hineinkam. Das war zwar einigermassen hilfreich, hat aber für das Publikum eher etwas drollig gewirkt. Tja, wir haben es überstanden.

Welche Themen haben die MSZB in früheren Jahren beschäftigt?

Natürlich Geldsorgen. Ich erinnere mich, dass wir 1992 eine massive Kürzung (fast 50%) der Gemeindebeiträge hinnehmen mussten. Daraufhin gab ich der Presse bekannt, dass wir in diesem Fall ab August die Musikschule für 5 Monate schliessen würden. Das war eine Aufregung! Aber es hat geholfen, die fehlenden Gemeindebeiträge wurden wieder bewilligt.

Wie stellst du dir die MSZB in 50 Jahren vor?

Ich hoffe, die MSZB ist in 50 Jahren nach wie vor so farbig und vielseitig wie heute, so gut vernetzt im Dorfleben und ein fester Bestandteil des Kulturlebens.

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Theo Margot

Theo Margot hat die Entwicklung der Musikschule Zollikofen-Bremgarten von Beginn an miterlebt. Im Gespräch blickt er zurück auf prägende Jahre, Herausforderungen und unvergessliche Projekte.

Was verbindet Sie mit der Musikschule Zollikofen-Bremgarten?

Meine Verbundenheit reicht von Anfang an, vor allem über den Verein und über die Schulleitung der Musikschule. Mit der Schulleitung der Musikschule habe ich als Schulleiter der Sek Zollikofen während vielen Jahren eng zusammengearbeitet.
Darüber hinaus ist die Verbundenheit meine Überzeugung, dass jedes aktive Musizieren die kognitive und emotionale Entwicklung und Kompetenz fördert und weiterentwickelt. Nicht nur bei den Jungen, sondern auch bei den Erwachsenen und Eltern.

Wann begann diese gemeinsame Geschichte mit der Musikschule?

Sie begann ganz am Anfang der Musikschule. Ich war seit einem Jahr in Zollikofen als Sek-Lehrer tätig, als der Lehrerkollege Hans-Ruedi Begert – stark unterstützt vom damaligen Schulkommissionspräsidenten Rolf Deppeler – den Verein «Musikschule Zollikofen» gegründet und die Musikschule damit ins Leben gerufen hat.

Hans-Ruedi Begert hat am Anfang und während der ersten Jahre auf ehrenamtlicher Basis – ich weiss gar nicht genau ob als Vereinspräsident und Schulleiter gemeinsam, aber vor allem als Musikschulleiter – wahnsinnige Impulse für diese neue Musikschule gegeben.

In den 80er-Jahren konnten Musikschulen im Kanton vermehrt auch durch den Kanton gefördert und unterstützt werden. Mit verschiedenen gesetzlichen Bestimmungen wurden dort wirklich Meilensteine gesetzt, zugunsten der Entwicklung sämtlicher Musikschulen im Kanton Bern. Es hat mehr Gewicht bekommen als vorher, wo es so ein «Mauerblümchen» war.

Mit neuen kantonalen Rahmenbedingungen ist auch die Professionalisierung der Musikschulleitung notwendig geworden. Hans-Ruedi Begert hat das alles zuerst immer ehrenamtlich gemacht, und das ist dann zu einer Überforderung geworden. Susanna Scherler hat danach die Leitung der Musikschule übernommen. Damit ist die Musikschule von einer laienhaften und freiwilligen Arbeit von Hans-Ruedi Begert in eine sehr engagierte und kompetente Führung übergegangen, was zu einer neuen Dynamik der Musikschule geführt hat.

Was waren die Themen in früheren Zeiten der Musikschule?

Woran ich mich erinnere von meiner Schulleitertätigkeit: Das sind die ewigen Raumprobleme. Die Musikschule hatte einfach nirgends ein rechtes Zuhause. Ihr eigentliches Zuhause war die Sekundarschule. Sie war dort zuhause, natürlich durch das Engagement von Hans-Ruedi Begert. Und dort haben ja die meisten Unterrichtsstunden stattgefunden, zum Teil aber auch im Primarschulhaus.

Es war fast wöchentlich ein Kampf um Musikräume, in denen sie noch spielen und ihre Lektionen abhalten konnten. Als Schulleiter der Sek war ich zusammen mit Susanna Scherler laufend am Optimieren der Nutzung der Räume, die zwischenzeitlich in der Sek leer standen. Vor allem ging es um Räume für Spezialunterricht, aber auch zum Teil in den Klassenzimmern, wenn dort Unterricht in anderen Räumen stattgefunden hat.

Das war ein dauerndes Suchen nach Verständnis bei den Lehrpersonen. Nicht jeder hatte Freude, wenn im Nebenzimmer Trompete, Klavier oder Cello gespielt wurde. Die Musiklehrpersonen gingen im Lehrerzimmer der Sekundarschule ein und aus wie zuhause. Sie gehörten fast zum Kollegium und hatten immer ein sehr enges und gutes Gesprächsverhältnis miteinander.
Das ist das, woran ich mich aus früheren Jahren am meisten erinnere: die ewige Raumplackerei.

Woran erinnern Sie sich gerne?

Sehr gerne erinnere ich mich an die ersten gemeinsamen Projekte, die zwischen der Sek und der Musikschule stattgefunden haben. Insbesondere an die ersten beiden Musicals.

Das erste Musical, das wir zusammen gemacht haben, war 1998 unter dem Titel «Music all». Und das zweite nachher, vier Jahre später, anlässlich dem Jubiläum der Gründung der Sek Zollikofen, das sogenannte «Musicaläum 02».

Unser damaliger Musiklehrer, Remy Pfirter, war ausgebildeter Schauspieler und Opernsänger. Mit Susanna Scherler hat er sich sehr rasch zu einem guten Team innerhalb des Schulhauses zusammengefunden. Sie haben viel gefachsimpelt und sind zusammen auf die Idee gekommen, ein gemeinsames Projekt anzugehen. Sie haben das initiiert, sie haben Texte dazugeschrieben, sie haben Musik gesucht; sie waren wirklich die Drahtzieher an diesem ersten Projekt «Musical 98» oder übrigens auch bei «Musicaläum 02».

Es war eine ganz unerhört fruchtbare und gute Zusammenarbeit. Beiden ist es gelungen Leute zu motivieren, da mitzumachen: Susanna Scherler gewann Musikschul-Lehrpersonen, Remy Pfirter gewann Lehrerkolleginnen und -kollegen von der Sek,. Sämtliche Schülerinnen und Schüler von der Sek haben an «Music all 98»teilgenommen, in irgendeiner Funktion: sei es als Sänger, Schauspieler, Kulissenmacher oder eine Hilfskraft. Jeder Schüler und jede Schülerin waren da engagiert. Und viele Schülerinnen und Schüler ebenfalls von der Musikschule, in erster Linie in einem Orchester, das die beiden Musicals betreut und unterstützt hat.

Die Musik wurde durchgeführt unter der Leitung von Susanna Scherler und Remy Pfirter. Jeder hat irgendeinen Teil bei der Aufführung als Leiterin oder Leiter übernommen.

Inzwischen ist das zu einer Tradition geworden. Die ersten zwei Musicals waren in dieser Art erfolgreich, bei Schülerinnen und Schülern, Eltern, wie auch bei den Lehrerinnen und Lehrern der Musikschule und der Sek, und auch in der Bevölkerung. Wir haben eine grosse Unterstützung erfahren, und darum ist das seitdem ein Turnus geworden, dass alle drei Jahre in der Sek Stufe 1 in Zollikofen ein solches Projekt durchgeführt wird.

Nicht mehr mit der Susanna Scherler und nicht mehr mit dem Remy Pfirter; die beiden sind nicht mehr im Amt. Aber es haben andere Leute das übernommen und weitergeführt. Und seitdem findet auch alle drei Jahre ein solches Projekt statt. Es hat nicht mehr ganz diese Ausstrahlung und diese Qualität, auch weil natürlich die zwei Profis, Pfirter und Scherler, nicht mehr mitgewirkt haben. Wesentlich ist, dass die Tradition weitergeht und dass die Schülerinnen und Schüler an so einem riesigen Projekt teilnehmen können. Da können wir alle dazu stehen, wenn es eben alle drei Jahre passiert.

Im Übrigen ist auch die musikalische Partnerschaft zwischen Scherler und Pfirter, bis heute weiterhin lebendig. Die gemeinsamen Auftritte mit Klavier und Gesang – Susanna am Klavier und er als Sänger – die Zusammenarbeit und die Auftritte gehen weiter. Das ist ein ganz schönes Produkt, das aus der Zusammenarbeit mit der Musikschule entstanden ist.

Und das Letzte, was ich in einem Satz zusammenfassend über die Musikschule sagen oder denken würde:

Die Musikschule leistet einen äusserst wertvollen und grossen Beitrag zur kulturellen Vielfalt von Zollikofen und von Bremgarten heute, insbesondere bei den Kindern und bei den Jugendlichen. Und die Musikschule zeigt in den letzten 50 Jahren immer wieder, wie innovativ und wie engagiert ihre Leute sind, die mit viel Herzblut und grossem Engagement das aktive Musizieren, in welcher Stilrichtung auch immer, in unseren zwei Dörfern fördern tut.