Wie Musik unsere Wege geformt hat

Die Musikschule Zollikofen-Bremgarten begleitet Kinder und Jugendliche beim Lernen eines Instruments und öff net Türen zu Kreativität, Gemeinschaft und musikalischer Leidenschaft. Drei ehemalige Schüler:innen – Landolin Wirz, Mia Lieuwen und Noëlle Hagenbüchle – erzählen, wie sie die MSZB erlebt haben, wo sie heute stehen und welche Wünsche sie für die Zukunft der MSZB haben.

Landolin Wirz

Gibt es ein prägendes Erlebnis in deiner Zeit an der Musikschule Zollikofen-
Bremgarten? Oder was hat dir besonders gefallen?

Für mich war extrem toll, wie ich mich mit meinem Klavierlehrer Tobi Diggelmann ganz viel über Musik unterhalten konnte. Wie er mir Synthesizer nährgebracht hat, prägt mich bis heute. Für mich waren auch immer die Lektionen toll, in welchen die Lehrperson durch jemenschen anderes vertreten wurde, da ich diese jeweils als sehr inspirierend und Augenöffnend empfunden habe.

Wo stehst Du heute mit deinem Instrument?

Ich studiere nun Film-Musik-Komposition in Zürich an der ZHdK und arbeite als Komponist und Produzent für ganz verschiedene Projekte. Schlagzeug (mein erstes Instrument) spiele ich zurzeit nicht mehr sehr oft, studiere aber nun Perkussion. Klavier (mein zweites Instrument) spiele ich dafür immer mehr, u. a. auch in meiner Band „Barcode Zebra". Die Komposition und Produktion von Musik, wie ich sie zu Beginn auch an der MSZB gelernt habe, ist heute Grundpfeiler für
mein künstlerisches Schaffen.

Was hast Du für eine Vision für die zukünftige Entwicklung von Musikschulen?

Für mich ist klar, dass Musik im allgemeinen, Musik-Bildung und Musik-Schulen essenziell sind für unsere Gesellschaft und das persönliche Wohlempfinden der Menschheit. So hoffe ich, dass Musikschulen für immer bestehen bleiben, und Musikmachen im gemeinsamen Kontext weiter gefördert wird. Weiterhin finde ich es wichtig, dass Musikschulen den kreativen Geist der Menschen fördert und ihnen schon im jungen Alter (aber auch später) neuen Musik-Arten und Komposition / Improvisation näherbringt.

Wenn du eine Million zur Verfügung hättest: Was würdest du der MSZB zum
Geburtstag schenken?

Ich würde der MSZB ein grosses Haus schenken (ja, dafür reicht eine Million eher nicht), in welchem ganz viele Räume für Musik gratis zur Verfügung stehen: Bandräume, Proberäume, Konzertsäle, Begegnungsorte, Studios, Überäume usw. So sollen für möglichst viele Leute mögliche Hürden (Geld, Ort, nervige Nachbarn, Zeit) vermindert werden, sodass ganz viel Musik entstehen kann. Ich wünsche mir, dass wir alle mehr Musik machen und geniessen können.

Mia Lieuwen

Gibt es ein prägendes Erlebnis an der MSZB?

Ja, es gibt ganz viele. Mit dem Cello waren es sicher immer die Musizierstunden mit meinem Lehrer Erich Plüss. An die allererste Musizierstunde kann ich mich gar nicht so erinnern, weil ich dann noch sehr klein war, ich habe mit 6 Jahren angefangen. Aber an eine Musizierstunde im Jufo Zollikofen kann ich mich speziell erinnern: Dort haben wir mal zu fünft «verstärkt» Metallica gespielt. Das war mega, mega cool.

Oder dann zur Zeit, als ich bei Renée Leanza im Gesangsunterricht war: Sicher die Bandcoachings und die Zolli on Stage-Festivals. Das erste Mal so richtig auf einer Bühne zu stehen mit einer Band und zu merken, dass das einem mega gefallen kann. Das war sicher ein prägendes Erlebnis. Und allgemein haben mir auch die Bandmonate sehr gut gefallen: in eine neue Konstellation reingeschmissen zu werden, mit anderen Kindern, die man vielleicht nicht kennt. Das war recht cool.

Wo stehe ich heute mit meinem Instrument?

Das Cello habe ich mit 15 Jahren zur Seite gelegt. Und jetzt, vor zwei Jahren, also mit knapp 20, habe ich es wieder in die Hände genommen. Nun brauche ich es wieder mega und habe grosse Freude daran, weil es nicht verloren gegangen ist. Ich habe es früher eigentlich immer in einem klassischen Kontext gebraucht und jetzt eher in einem improvisatorischen Jazz-Kontext. Das macht Spass! Auch zu merken, dass die Technik noch da ist, und ich das Instrument von einer anderen Seite kennenlerne, mit einem anderen Approach.

Mit dem Gesang&Piano: Ich studiere jetzt an der Hochschule der Künste Bern (HKB) und bin im Sommer fertig mit dem Bachelor (Jazz, Gesang). Jazz und Contemporary-Sachen «fägt» sehr. Ich will das professionell machen. Aktuell spiele ich mit meiner Band «Barcode Zebra».

Was hast du für eine Vision für die zukünftige Entwicklung von Musikschulen?

Ich finde das eine schwierige Frage, weil ich mich nicht mega auskenne. Aber was sicher cool wäre, dass Musikunterricht breiter für alle Kinder und Menschen möglich wäre. Also der Aspekt, dass es etwas kostet... Das hat natürlich seine Gründe, aber es wäre schön, wenn sich das ändern könnte. Alle Menschen sollten die gleichen Chancen haben, weil Musik etwas Universelles ist, das gemeinsam gepflegt wird. Diese Hürde würde ich entfernen.

Und wenn ich eine Million zur Verfügung hätte, was würde ich an die MSZB zum Geburtstag schenken?

Ich würde das Geld-Problem lösen, damit möglichst vielen Menschen die Möglichkeit hätten Musik zu machen an der Musikschule. Und ein mega fettes Festival organisieren, das wäre auch cool.

Noëlle Hagenbüchle

Gibt es ein prägendes Erlebnis in deiner Zeit an der Musikschule Zollikofen-Bremgarten? Oder was hat dir besonders gefallen?

Eigentlich war jedes Konzert, das ich dort gespielt habe, einfach ein Erlebnis für sich. Weil jedes Mal, wenn ich fertig war mit Spielen in dieser Aula, es einfach «WOW» war. Du hattest etwas hinter dir, was du nicht vergisst.

Was ich auch mega cool fand, war das Zolli on Stage 2022. Es gab so viele Möglichkeiten, Musik zu hören und auch selbst spielen zu können.

Wo stehst Du heute mit deinem Instrument?

Ich mache das 5-jährige Gymnasium Hofwil in der TAF-Klasse Musik mit Klavier. Ich studiere jetzt also schon Musik und ich finde es mega cool. Ich danke der MSZB, dass sie mich so stark unterstützt hat und auch meiner ehemaligen Lehrerin, Sachiko. Ja, einfach danke. Sonst hätte ich das wahrscheinlich nicht geschafft.

Was hast Du für eine Vision für die zukünftige Entwicklung von Musikschulen?

Ich finde, es sollte mehr Möglichkeiten geben, im Orchester zu spielen. Weil zum Beispiel für Klavier: Ich möchte unbedingt mal in einem Orchester spielen, aber es gibt eigentlich fast kein Orchester, wo du mitspielen kannst, ausser als Solistin.

Wenn du eine Million zur Verfügung hättest: Was würdest du der MSZB zum Geburtstag schenken?

Vielleicht mehr Flügel, da es aktuell nur zwei hat. Es ist halt schon mega cool, wenn man auf einem Flügel spielen kann.
Was ich auch ein bisschen schade finde, vor allem als ich noch kleiner war: dass die kleinen Unterrichtsräume akustisch zu stark dämpfen. Ich würde der Musikschule also ein besseres Haus kaufen, wo man wirklich bessere Räume hat zum Üben.