Musik macht Schule
Musik verbindet – innerhalb der Schule und weit darüber hinaus. In zwei Gesprächen erzählen Dajana Wetzel und Rolf Graber, weshalb die Zusammenarbeit zwischen Volks- und Musikschule für sie weit mehr ist als ein Zusatzangebot. Es geht um gemeinsames Erleben, kreative Bildung, starke Begegnungen und Projekte, die Kinder, Lehrpersonen und ganze Schulhäuser bewegen.

Dajana Wetzel
Schulleiterin an der Primarschule Zollikofen
Für Dajana Wetzel, Schulleiterin an der Primarschule Zollikofen, ist die Zusammenarbeit zwischen Volksschule und Musikschule ein wichtiger Baustein ganzheitlicher Bildung. Im Gespräch erklärt sie, warum musikalische Angebote im Schulalltag mehr sind als ein Zusatzprogramm und weshalb gemeinsame Projekte Kinder, Lehrpersonen und die Öffentlichkeit gleichermassen bereichern.
Warum ist es wichtig, dass Musikschule und Volksschule zusammen arbeiten?
Die Zusammenarbeit zwischen Volksschule und Musikschule erachte
ich als wichtig, weil sie Bildung ganzheitlich erweitert, weil Musik die sozialen und emotionalen Kompetenzen stärkt und der Musikunterricht in den Klassen an Qualität gewinnt. Eine gute
Zusammenarbeit ist ein nachhaltiger Beitrag zur Bildungsqualität und
zum gesellschaftlichen Zusammenhalt, zudem macht sie eine musikalische Bildung sichtbar und verbindet Schule, Eltern und die Öffentlichkeit.
Die Zusammenarbeit findet auf verschiedenen Ebenen statt: im Rahmen von Freifächern (ADS), einem Projekt für Rhythmik im Kindergarten oder von Musikfestivals. Worin liegen positive Aspekte in diesen Beispielen?
Das Angebot der Schule (ADS) ist für die Lernenden kostenlos und ermöglicht somit einen musikalischen Zugang für alle Schüler:innen, die daran interessiert sind. Lehrpersonen können von den fachlichen Kompetenzen der Musiklehrpersonen profitieren, erhalten neue Impulse für ihren eigenen Unterricht und Ansprechpersonen für ihre musikalischen Fragen. Aus meiner Sicht dürften noch mehr Angebote und Projekte umgesetzt werden, ich sehe darin nur positive Aspekte und einen Gewinn für alle Beteiligten. Zolli on Stage waren Highlights und werden der Bevölkerung in guter Erinnerung bleiben. Dass wir das Rhythmikangebot auch nach Zollikofen holen konnten freut mich sehr, mit Rhythmik kann ein Kind nicht früh genug in Kontakt kommen.
Wie erlebst du die Zusammenarbeit?
Ich erlebe unsere Zusammenarbeit offen, engagiert und professionell.
Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit und auf viele wei
tere musikalische Projekte, die unsere Kinder inspirieren und fördern.

Rolf Graber
Ehemaliger Schulleiter der Sekundarstufe I Zollikofen, heute Vorstandsmitglied der MSZB
Rolf Graber ist der MSZB seit vielen Jahren verbunden – als Schulleiter
der Sekundarstufe I, als Vater von Musikschüler:innen und heute als Vorstandsmitglied. Besonders prägend sind für ihn die grossen Kooperationsprojekte zwischen Volks- und Musikschule, bei denen
Musik Menschen zusammenbringt und ganze Schulhäuser in Bewegung setzt.
Was verbindet dich mit der Musikschule?
Damals stellvertrender Schulleiter an der Sekundarstufe I in Zollikofen zur Zeit von Theo Margot (1996 – 2002) kam ich beruflich mit der Musikschule in Kontakt. Dies vor allem, als Susanna Scherler Schulleiterin der MSZB war. Sie war zusammen mit Theo Margot Initiantin eines grossen Projektes mit der Sekundarstufe I Zollikofen.
Das Startprojekt hiess «MusiCall98». 1996 wurde die Sekundarstufe I (7.-9. Real- und Sekundarklassen) neu zusammengeführt. Daher stand das Grossprojekt unter dem Motto: Zusammenarbeiten - Zusammenleben, Grenzen aufbrechen, Brücken schlagen, Verbindungen wachsen lassen. In den folgenden Jahren durfte ich weitere Zusammenarbeits-Projekte erleben: «Musicaläum 02» zum 50-jährigen Bestehen der Sekundarschule Zollikofen, dann «WEGE 05». Zum Glück hat sich dieses Format jahrelang bewährt und ist aus dem 3-Jahresprogramm der Sek I nicht wegzudenken, wenn auch heutzutage ohne Mitwirken der Musikschule.
Der zweite Berührungspunkt mit der Musikschule: Unsere beiden Kinder haben über Jahre den Unterricht im «Vocal-Coaching» und «Schlagzeug» besucht.
Seit Mai 2021 bin ich Vorstandsmitglied der Musikschule Zollikofen-Bremgarten.
An welches Projekt erinnerst du dich gerne?
Ich erinnere mich genau: Im Sommer 2017 wurde Lukas Knecht zum neuen MSZB-Schulleiter gewählt. Am 1. November trafen wir uns zu einem Begrüssungsgespräch von Schulleiter zu Schulleiter. Beide Seiten waren sofort motiviert, zusammen etwas Grösseres auf die Beine zu stellen. Lukas wollte gerne eine rasche und gute Zusammenarbeit mit der öffentlichen Schule, und wir an der Sek I hatten damals gerade das Jahresthema «Musik». Sieben Monate später fand in Zollikofen das zweitägige Openair «Zolli on Stage 2018» statt, auch Eva Wartenweiler gesellte sich inzwischen zum OK. Dank einer durchwegs tollen Zusammenarbeit der beiden Schulen durfte sich das Resultat sehen lassen: Wir konnten vielen Menschen mit all diesen Konzerten eine grosse Freude bereiten.
Das musste wiederholt werden! Genau 4 Jahre später hiess es: «Zolli on Stage 2022»
Sowohl qualitativ wie quantitativ war das nochmals eine Steigerung. 48 Auftritte auf drei Bühnen, tolles Wetter, grossartige Stimmung auf den Schulplätzen im Zentrum. Das war wiederum nur möglich, weil die Teams beider Schulen dermassen einsatzfreudig und kompetent die grosse Arbeit bewältigt haben.
Und nun freue ich mich auf «Zolli on Stage 2026». Im Rahmen des grossen Kreiselfestes vom 4./5. September 2026 in Zollikofen bringen wir auf zwei Bühnen vielseitige Musik und Rhythmen zum Erklingen. Am Samstagmorgen werden wir das 50-jährige Bestehen der Musikschule Zollikofen-Bremgarten gebührend feiern. Das Publikum darf sich auf viele Konzerte und die Darbietungen von musikalischen Projekten freuen. Ich jedenfalls freue mich riesig!